Tier der Woche: Rührwerk

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Gerade rechtzeitig zum US-amerikanischen Untreuespektakel, kommt ein Film über Treue, die zum Verhängnis wird, ins österreichische Kino. Das unerträgliche Rührstück der Schriftstellerin Marie v. Ebner-Eschenbach, "Krambambuli", gehört noch immer zum emotionalen Folterrepertoire des Deutschunterrichts und wurde nun ein weiteres Mal verfilmt.

Ein Hund (edler Wilder) wechselt um 12 Flaschen Krambambuli, einem Danziger Wacholderschnaps, den Besitzer (faschistoider Untertan), der die feudalen Hoheitsrechte seines Herren bedingungslos überwacht. Als es zu einem Showdown mit dem ursprünglichen Hundeeigner (wildernder Rebell) kommt, wird dieser von seinem Hund freudig begrüßt und, solchermaßen abgelenkt, vom Förster der gerechten Strafe zugeführt, also erschossen. Das Tier wird dann mangels Untertänigkeit verstoßen, verwahrlost, wird zum Dieb und verendet ausgezehrt an der Türschwelle seines hartherzigen Herrn. Was lernen wir daraus? Wir wissen es nicht. Möglicherweise, daß Schußwaffen


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