Liebe Leserin, Lieber Leser!

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Früher war alles besser. Früher hatten die Amerikaner Präsidenten, die ungestört ihr Liebesleben pflegen durften. Früher war die Kärntner Straße befahrbar, am Waffenbesitz erkannte man den Schutzmann oder den Kleinkriminellen, und Karenzgeld war kein Thema, weil Alternativen zur Kleinfamilie nicht existierten.

Früher gab es kein Problem, eine Serie für Studenten zu betiteln. Früher hieß die Sache einfach "Tachinieren, aber richtig". So hätte sie auch diesmal und noch manches Jahr geheißen, wären nicht bei der Redaktionssitzung bekümmerte Gesichter aufgesetzt worden. "Tachinieren? Findest du, daß das heute noch geht?" fragte ein sonst fideler Mittdreißiger besorgt. Und ein für Anliegen der Jugend stets sensibler Theaterkritiker pflichtete ihm bei: "Die wollen nicht mehr tachinieren, die wollen schnell studieren, um Kohle abzugreifen!"

Ein Wort gab das andere, und bald entspann sich eine jener lebhaften Diskussionen, die sich immer einstellen, wenn Redakteure über ihr Publikum


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