Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

.. begründete Dieter Schöffmann seine Totalverweigerung.

Der Zivildienst legitimiert die Wehrpflicht: Ich habe den Kriegsdienst verweigert, weil ich gegen jegliche, vor allem aber die organisierte Gewaltanwendung bin. Meine Kriegsdienstverweigerung ist ein absolutes Nein gegenüber jedem Militär und allem, was damit zusammenhängt, also auch gegenüber dem Zivildienst; denn sein Akzeptieren bedeutet auch ein Akzeptieren der Wehrpflicht.

Der Zivildienst kann kein Friedensdienst sein: Gewalt liegt für mich solange vor, wie der tatsächliche Grad der Verwirklichung eines jeden Menschen erkennbar geringer ist als der Grad der möglichen Entwicklung angesichts der kulturellen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen. Frieden heißt dann für mich die Abwesenheit solcher (struktureller) Gewalt. Nach diesem Friedensverständnis heißt für mich Friedensarbeit, daß ich mich mein Leben lang einsetzen muß für den Abbau gewaltsamer Strukturen, für den Abbau struktureller und personaler


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