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Porträt: Viele reden mit, doch nur einer schreibt: Karl A. Duffek verfaßt das SPÖ-Parteiprogramm und wird Chef des Renner-Instituts.

Politik | Gerald John | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Spitznamen sind niedlich, manchmal auch dümmlich. Menschen pflegen ihre Liebsten "Mausi" oder "Hasi" zu rufen. Cooler klingen Endungen auf "e" wie "Hanse". Weitverbreitet sind auch Verkürzungen, von "Florian" auf "Flo" etwa. Komisch hingegen wären Spitznamen nach berühmten Bauwerken. So heißt natürlich keiner. Fast keiner. Einen nennt man "Royal Albert Hall". Der Mann ist nicht geächtet. Er schreibt das neue Parteiprogramm der SPÖ.

Karl A. Duffek - "A" wie "Albert" - ist der derzeit meistbeschäftigte Intellektuelle der SPÖ. Seit Monaten formuliert und feilt Duffek am Neuen Testament der Sozialdemokratie. Sechs "Propheten" führen ihm dabei die Hand: Viktor Klima, Caspar Einem, Barbara Prammer, Andreas Rudas, Renate Brauner und Andrea Kuntzl. Duffek versucht das Chaos, das bei sechs Autoren zwangsläufig entsteht, in einen brauchbaren Text zu fassen. Zusätzlich muß er 350 Stellungnahmen von "außen", insgesamt rund 6000 Textelemente, berücksichtigen. Unzufrieden ist man mit seiner


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