Ein Haus wie jedes andere?

Palaisverkauf: Der Wiener Stadtschulrat siedelt um. Wer folgt ihm nach als Benützer des Palais Epstein? Wiens Innenstadtpalais zwischen Parlament und Naturhistorischem Museum, Hofburg und Volkstheater wird verkauft. Für manche Pläne scheint es damit verloren.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Wos manen S'? Epstein? Wo soll denn des sei?" Nach seinem ursprünglichen Namen - Palais Epstein - ist das Neorenaissance-Gebäude am Burgring oberhalb der Bellaria kaum einem Wiener bekannt. Keine Ansage in der Straßenbahn, die es erwähnen würde, und auch für so manchen Stadtplan ist es ein Haus wie jedes andere auch. Als Sitz des Wiener Stadtschulrates kennt man es schon eher. Und fragt man gar die älteren Bewohner dieser Stadt, was das kleine Haus am Ring denn sei - "ah des, glei hinter der 49er Endstation" -, so erinnern sie sich weder an den Schulreformer und ersten Stadtschulrat Otto Glöckel, der dort residierte, und auch nicht an die Epsteins. "Es Russenhaus!" - der Sitz der sowjetischen Kommandantur in Wien. Das ist es, woran man sich mit offen zur Schau getragener Abscheu erinnert. "Do is ma immer auf die andere Stroßnseitn umegangen." Manchmal habe man sich auch gar nicht vorbeigetraut. An den Brand des Justizpalastes, gleich dahinter, erinnern sich noch einige, wenige


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