Kommentar: Weißbuch Kultur: Rubbeln für den Film


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Nun liegt es also vor, jenes Papier, das offiziell eigentlich "Diskussionsentwurf der Arbeitsgruppe im Bundeskanzleramt zum Weißbuch zur Reform der Kulturpolitik in Österreich" heißen müßte. Mit dem fertigen Weißbuch, das Anfang nächsten Jahres als Lose-Blatt-Sammlung der Bundesregierung vorgelegt werden soll, wird das vielgeschmähte Duo Klima/Wittmann dann endlich zu seinen kulturpolitischen Grundsätzen gefunden haben.

Glaubt man den Reaktionen in den Medien, dann stellt bereits der Entwurf den Beginn einer neuen Ära dar, deren Lichtstrahlen die Finsternis des Kreiskyanismus vertreiben: Der Standard sieht die sozialistische Siebziger-Jahre-Politik von Kreisky & Cap beendet, und auch der Kurier befindet, daß die Symbiose von Kunst und Sozialdemokratie (Geld für ideologischen Aufputz) nicht mehr funktioniert: "Das darf man sagen, obwohl Haider es auch sagt. Es ist nämlich die Wahrheit." Ja, dann!

Wo also liegt der entscheidende Paradigmenwechsel? Zunächst einmal in den Rahmenbedingungen

  447 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Kohl wie Major '92?

    Kommentar: Deutschland-Wahl: Kommt das Europa der Sozialdemokraten? Wie auch immer: Eine neue Weltära hat schon begonnen.
    Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 39/98
  • Ich kann nicht schlafen

    Kabarett: Thomas Maurer und sein ausgeschlafenes neues Programm "Intensivdamisch".
    Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 39/98
  • Ein Haus wie jedes andere?

    Palaisverkauf: Der Wiener Stadtschulrat siedelt um. Wer folgt ihm nach als Benützer des Palais Epstein? Wiens Innenstadtpalais zwischen Parlament und Naturhistorischem Museum, Hofburg und Volkstheater wird verkauft. Für manche Pläne scheint es damit verloren.
    Politik | Patrik Volf | aus FALTER 39/98
  • Die analoge Dancekapelle

    Musik: Mit einer Perfektion, die man sonst nur aus dem Studio kennt, vereinen Red Snapper Groove, Drum 'n' Bass, Techno, HipHop und Jazz zu einem kompakten Stilgemisch, ohne die Ingredienzen zu fadem Cross-over zu verdünnen.
    Kultur | Karl Fluch | aus FALTER 39/98
  • Sideorders: Die neuen Bars

    Stadtleben | aus FALTER 39/98
×

Anzeige

Anzeige