Streifenweise

Kultur | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Das Malen sei ein Prozeß des Ausgrabens, sagt Joe Coleman. Seine Arbeiten sind feingliedrige, detailbesessene bunte Gemälde, die an Jahrmarktsplakate und an naive Heiligenbilder erinnern und das Ausgraben quasi umkehren. Der amerikanische Künstler und sein roher Weltentwurf stehen im Mittelpunkt des Filmporträts "R.I.P. - Rest in Pieces" von Robert-Adrian Pejo. Coleman, unter anderem Schüler von Robert Crumb, ist Maler und Performance-Künstler, seine Arbeiten beziehen sich auf Freak-Shows und andere drastische Vorführungen auf Jahrmärkten (Entfesselungskünstler, Mäusefresser), auf Subkulturen, auf Serienmörder oder den Katholizismus und die Apokalypse. In Pejos Film wird dieses komplexe, komplizierte Weltbild in (teils sehr "expliziten") Selbstdarstellungen, Gesprächen und kleinen inszenierten Szenen aufgefächert und damit allmählich zu einer ähnlich dichten "Bildoberfläche" wie Colemans Gemälde.

Ein graumelierter Mann im smarten grauen Anzug begeht einen smarten schnellen


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