Ich kann nicht schlafen

Kabarett: Thomas Maurer und sein ausgeschlafenes neues Programm "Intensivdamisch".

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Normalerweise arbeiten Kabarettisten im Stehen. Und wenn sie sitzen, dann - schon allein aus Solidarität mit den Zuschauern - auf harten Sesseln. Thomas Maurer hat sich's in seinem neuen Solo bequemer gemacht: Auf der Bühne steht ein großes, aufblasbares Sofa, auf dem er den ganzen Abend lang herumlungert. Eigentlich würde er ja am liebsten ein Nickerchen machen - aber das geht natürlich nicht. Erstens wäre ein schlafender Kabarettist zwar abendfüllend, aber nicht sonderlich unterhaltsam. Und zweitens handelt das Stück davon, daß Maurer nicht schlafen kann.

Das Programm heißt "Intensivdamisch". Das ist eine Steigerungsform des Wienerischen "damisch" (unausgeschlafen, benommen, in Trance) und beschreibt exakt den Zustand, in dem sich der Kabarettist befindet. Wer intensivdamisch ist, reagiert einerseits hypersensibel auf seine Umwelt und ist andererseits nicht mehr in der Lage, Wirklichkeit und Wahnvorstellungen zweifelsfrei zu unterscheiden - beides prächtige Voraussetzungen für


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige