Die analoge Dancekapelle

Musik: Mit einer Perfektion, die man sonst nur aus dem Studio kennt, vereinen Red Snapper Groove, Drum 'n' Bass, Techno, HipHop und Jazz zu einem kompakten Stilgemisch, ohne die Ingredienzen zu fadem Cross-over zu verdünnen.

Kultur | Karl Fluch | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Das Publikum war irritiert. Obwohl genau jene Beats und Bässe von der Bühne der Wiener Arena bretterten, die unter Drum 'n' Bass subsumiert und üblicherweise elektronisch generiert werden, ließ sich weder ein DJ noch ein einschlägig zuzuordnender Knöpferldreher ausmachen. Wurde hier gar Playback-Ware aufgetischt? Schließlich richteten sich die Augen auf den rechts außen sitzenden Schlagzeuger Richard Thair, und langsam dämmerte es den Zuhörern, daß dieser mit Hi-Hat und Snare das Höllentempo vorgab. Der in der Bühnenmitte stehende Ali Friend hieb pulsierende Bässe aus seinem Kontrabaß. David Ayers an der Slide-Gitarre und Allan Riding am Saxophon komplettierten Red Snapper. Was damals, 1996, folgte, war eine einstündige schweißtreibende Tour de force zwischen TripHop und Groove, sehr jazzlastigem Funk und Drum-'n'-Bass-Schüben, die ohne Unterstützung aus der elektronischen Trickkiste auskam und ein restlos begeistertes Publikum hinterließ. Konnte es sein, daß eine konventionell


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