Stalins Notizbuch

Krimi: In seinem Thriller "Aurora" verwischt Robert Harris wieder einmal die Grenzen von Fakten und Fiktion und läßt einen britischen Historiker in Rußland einem Notizbuch Stalins nachjagen.

Kultur | Christoph Braendle | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Moskau, es schneit ein wenig. Die Zeit: unlängst. Jelzin ist Präsident, Sjuganow führt die Kommunisten. Der britische Historiker Dr. Kelso hat anläßlich eines Wissenschaftskongresses einen kurzen Vortrag über Stalin und das Archiv gehalten, wäre beinahe nicht nach Rußland gekommen, hat sehr genau gewußt, wie es sein würde: das schlechte Essen, das belanglose Gerede, die ganze verdammte Langeweile des akademischen Lebens ... Da lernt er einen ehemaligen Geheimdienstagenten kennen, der ihm die schiere Sensation verspricht.

"Was suchen wir eigentlich?"

"Ein Notizbuch mit einem schwarzen Wachspapierumschlag."

Was die Geheimdienste betrifft: Aus der Tscheka war die GPU geworden, dann die OGPU, dann der NKWD, dann der MGB, dann der MWD und schließlich der KGB - das höchste Stadium der Evolution. Und dann war sogar der mächtige KGB selbst durch den gescheiterten Putsch zur Mutation in zwei völlig neue Gruppen von Großbuchstaben gezwungen worden: in den SWR - die in Jassenewo stationierten


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