DJ Gender studies

Literatur: Mit seinem Roman "Tombay" hat der Schriftsteller, Musiker und DJ Thomas Meinecke die feministische Theorie nach brauchbaren Grooves und Samples durchforstet. Mit dem "Falter" sprach er über die achtziger Jahre, Political Correctness, die bevorstehenden Wahlen und Beistriche.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/98 vom 23.09.1998

Literatur ist nicht sexy. Selbst Menschen, die unmittelbar mit ihrer Produktion und Distribution befaßt sind, haben das Vertrauen in ihren Sexappeal längst verloren. Die Verlagsvorschauen und Klappentexte bestätigen es: Will ein Buch ein Publikum erreichen, das über die Zielgruppe der Berufsrezensenten und pfeifenrauchenden Feuilletonleser hinausgeht, werden dessen genuin literarische Qualitäten ängstlich verschwiegen: Eigentlich sei es, so wird versichert, mehr wie ein Film von Quentin Tarantino oder ein Album von, sagen wir, Prince.

Auch Thomas Meineckes "Tomboy", so steht's am Umschlag des soeben bei Suhrkamp erschienenen Romans, hat sein vielfältiges und disparates Material "zu einem mehrspurigen Track abgemischt". Selbst wenn der Vergleich im vorliegenden Falle naheliegt, ist er dem Autor, der im richtigen Leben Mitglied der Band FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) und Discjockey ist, ein bißchen peinlich: "Der DJ ist plötzlich so eine komische Kultfigur geworden - das ist mir


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