Schatten des Krieges

Kommentar: In Afrika spricht man nicht von Clinton. Hunger, Krieg und Katastrophen sind wichtiger.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Wo außer in einer afrikanischen Hauptstadt wäre so etwas denkbar: internationale Journalisten, Diplomaten und Politiker an einer Hotelbar, ohne daß nur ein einziges Mal von Sonderstaatsanwälten, Zigarren und einem ominösen blauen Kleid die Rede wäre?

Geschehen ist es auf einer jener österreichischen EU-Präsidentschaftsverpflichtungen, die keine Schlagzeilen machen: einer Inspektionsreise der EU-Troika durch Kenia in die Hungergebiete des Sudan. Mit weniger als einem Prozent des Brüsseler Jahresbudgets ist die von Emma Bonino geleitete EU-Hilfsorganisation ein Schwergewicht auf dem internationalen Parkett. Die blauen Sticker der EU-Hilfsorganisation Echo kleben auf jeder vierten Hilfslieferung in den Sudan. Die EU finanziert eine kleine Luftlinie, um Mitarbeiter finanzschwacher NGOs zwischen Somalia und Angola an entlegenste Einsatzorte zu bringen.

Es ist der dunkle Schatten einer neuen Welle von Kriegen und Katastrophen in Afrika, der das sonst allgegenwärtige Clintonsche Psychodrama


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