"Ich will zum Mond"

Interview: Innenminister Karl Schlögl über seine Flüchtlingspolitik, prügelnde Polizisten, Franz Fuchs, sein Harmoniebedürfnis und das Leben in fernen Galaxien.

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Innenminister Karl Schlögl ist in den vergangenen Wochen EU-weit unter Beschuß geraten. Sein Sektionschef Manfred Matzka hat in einem "Strategiepapier zur europäischen Asyl- und Migrationspolitik" angeregt, die Genfer Flüchtlingskonvention "abzulösen". Gleichzeitig stiegen in Österreich die Asylanträge von Vertriebenen aus dem Kosovo auf mittlerweile 100 pro Tag an. Beim Innenministertreffen vergangenen Donnerstag forderte Schlögl daher mehr EU-Geld für die Betreuung der Kosovo-Flüchtlinge vor Ort.

Falter: Sie haben ein kurioses Büro. Dieses Bild mit dem blauen Affen, die Poster von Galaxien und eine Luftaufnahme vom Großglockner.

Karl Schlögl: Heuer bin ich auf den Glockner gegangen. Ich habe irrsinnige Angst gehabt, weil ich noch nie geklettert bin. Hier, sehen Sie den winzigen Punkt vor dem Schneefeld? Das ist der Hubschrauber des Innenministeriums. Da sehen Sie, wie klein und unbedeutend der Mensch ist.

Als Innenminister waren Sie in letzter Zeit nicht unbedeutend. Ihr Sektionschef


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige