Kohl rosé an Gartenkräutern?

Deutsche Wahl: Ein erdrutschartiger Wunsch nach Kontinuität bringt Gerhard Schröder an die Macht.

Politik | Uwe Mattheiss | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Jetzt also doch. Gerhard Schröder und die hinter ihrem überlebensgroßen Kandidaten kaum mehr wahrnehmbare SPD haben die deutsche Bundestagswahl gewonnen. Und das nicht einmal knapp, sondern mit einer für bundesrepublikanische Verhältnisse deutlichen Mehrheit von 21 Mandaten für eine rot-grüne Koalition, jener Variante einer Regierungsbildung, die zwar von seinen Wählern, bis zum Tag nach der Wahl aber nicht von Schröder selbst favorisiert wurde.

Vor einem Jahr noch war dies die unspektakuläre Erwartung eines sicheren Ausgangs. Rot-grüne Rechenexempel führten in den Umfragen bis zu 15 Prozent vor der angejahrten bürgerlichen Regierungsformation. Doch als der Wahltag näher rückte, überkamen den deutschen Durchschnittsbefragten immer mehr Skrupel am Königsmord per Stimmzettel. Die politischen Kommentatoren rührten im Kaffeesatz bundesrepublikanischer Geschichte und gaben zu bedenken, daß das deutsche Wahlvolk sich im entscheidenden Moment immer an das Bestehende klammere


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige