Zugsackgasse Wien

Eisenbahn: Wien würde sich im Ost-West- und Nord-Süd-Verkehr auf der Schiene gerne als europäische Drehscheibe positionieren. Tatsächlich droht die Rolle eines toten Gleises.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Wer je versucht hat, mit dem Zug von St. Pölten zum Flughafen Schwechat zu fahren, weiß, daß die Probleme der Eisenbahn keineswegs am, über oder durch den Semmering verursacht, geschweige denn gelöst werden. Denn wer es sich in den Kopf setzt, bahnfahrend vom Westen aus den Osten der Bundeshauptstadt zu erreichen - fährt mit der Straßenbahn. Durch Wien. Oder aber - beispielsweise auf der Reise nach Budapest - im Schneckentempo rund um die Stadt. Etwa ein Drittel der Reisezeit verbringt der Reisende mit der Umrundung Wiens. Ein Zeitverlust, der vermeidbar wäre. Allerdings müßte Wien dann anders aussehen. Zumindest seine Bahnhofslandschaft.

Denn was in der Zeit vor der Öffnung des Eisernen Vorhangs lästig war, ist heute, wo das Match Schiene-Straße über die Argumente "Reisezeit" und "Komfort" ausgetragen wird, ein Schuß ins Knie der ÖBB: Wien hat zwar Kopfbahnhöfe, aber keinen Durchgangsbahnhof. Wer ankommt, steigt aus. Oder um. Notfalls eben auf die Linie 18, die vom West-


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige