Kommentar: Weitersagen: Bücher sind zum Lesen da!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Wenn Kultur die Fähigkeit ist, zwei einander widersprechende Gedanken zu ertragen, ohne verrückt zu werden (so oder so ähnlich hat es Franz Schuh einmal formuliert), können wir, die Virtuosen des Sowohl-als-auch, den Nachweis unserer Kultiviertheit locker Tag für Tag erbringen.

Ich kenne zum Beispiel - inklusive mir - keinen Menschen, der sich eindeutig und für immer auf die Seite des soften Landschaftspflegers ("Laßt tausend Blumen blühen") oder des grimmigen Flurbereinigers ("Zwei reichen auch!") schlagen würde. Und so fordern wir die Erhaltung der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft, um kurz darauf den Wind der Marktwirtschaft anzurufen, er möge doch, bitte, einmal ordentlich durchfegen und das ein oder andere schwindsüchtige Pflänzchen gleich samt der Wurzel hinwegpusten. Anders und konkret formuliert: "Schafft ein, zwei, hundert Kellerbühnen, Kleinverlage, Kindertheater!"; respektive: "Wer braucht das alles?!"

Soeben ist ein neuer Verlag gegründet worden, der zumindest


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