Schluß mit Karaoke

Hiphop: Erst mußte sie mit den Fugees 17 Millionen Platten verkaufen, dann mußte sie sich von ihnen emanzipieren. Jetzt macht Lauryn Hill, was sie wirklich will.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Wäre es darum gegangen, eine der wohltätigen Aktionen des von den Fugees betriebenen Refugee-Camp-Projekts anzukündigen, das Africa Center im Londoner Covent Garden wäre durchaus der richtige Schauplatz dafür gewesen. Schließlich haben die Fugees ihren Status schon des öfteren erfolgreich dazu genutzt, um etwa auf die Lage der Bevölkerung Haitis oder Harlems aufmerksam zu machen.

Als die Fugees-Sängerin Lauryn Hill vor drei Monaten die internationale Presse zum afrikanischen Büffet lud, ging es jedenfalls ausschließlich um die Promotion ihres ersten Soloalbums, und das Africa Center diente bloß als ethnisches Dekor zum Beweis für das Roots-Bewußtsein eines amerikanischen Superstars auf Durchreise. Journalisten aus allen Teilen der MTV-empfangenden Welt beißen in authentische Blätterteigrollen und hängen mit glänzenden Augen und nachgerade religiöser Unterwürfigkeit an Hills Lippen, sodaß dem Autor kaum seine profane Frage über die Lippen geht: "Der Erfolg der Fugees


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