Neue Platten

Kultur | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

ROCK / POP Whale: All Disco Dance Must End In Broken Bones Hut / Virgin Bereits mit ihrem Debüt vor drei Jahren rotierte das "Hobo Humpin' Slobo Babe" mit Sängerin Cia Soro unaufhörlich auf MTV. Der schwedische Popgroove-Dreier mauserte sich nun zum Fünfer, und nichts gegen Gastvokalistin Cream, aber der Opener "Crying at Airports" geriet zur flachen Sache. Danach hält Cia jedoch, was man sich von Whales Europop verspricht ("Deliver the Juice"). Die feine Ballade "Road Kill" ("try to kickstart our love again") enthält ein Chemicle-Brothers-Sample; "Four Big Speakers" kurbelt mit Big-Beat-Drive an; "2 Chord Song" bereichert die Musikwelt mit einer Spielzeugorgel über Talking Heads "Psycho Chicken"-Motiv; und in "Puma Gym" wird der Adidas-Generation der Kampf angesagt. Vier feiste Stücke, der Rest ganz passabel. Das beste Album von Whale wird ihr nächstes sein. W. P.

JAZZ Zorn/Horvitz/Sharp/Previte: Downtown Lullaby Depth of Field Die vorliegende und Anfang dieses Jahres eingespielte CD beweist, daß auch altgediente Krawallbrüder gelassen zur Sache gehen können: "Downtown Lullaby" ist womöglich das entspannteste Album, das diese Protagonisten der (ehemaligen?) New Yorker Noise-Szene je gemacht haben: Schon in der Eingangsnummer "484 Broome" wird John Zorns quäkendes, rotzendes und stakkatospotzendes Alto vom relaxten Minimalismus der anderen drei Herrschaften konterkariert (auch wenn es dann doch noch ein finales Noise-Crescendo gibt). Schlagzeuger und Produzent Bobby Previte glänzt als dezenter Mastermind dieser Aufnahme und grundiert die insgesamt sieben Stücke mit einem luftigen, unverschmockten Swing, um dann auf "Bleeker & Bowery" dem von Wayne Horvitz heraufbeschworenen Orgelfunk etwas kräftiger unterzuzünden. Eine überaus gelungene Angelegenheit und ängstlicheren Gemütern als Einführung empfohlen. K. N.


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