Kampf den Apothekern

Buchmarkt: Früher als erwartet macht der Libro-Diskont seine Ankündigung wahr und geht mit einem eigenen Verlag auf den Markt. Die ersten zwei Titel erscheinen dieser Tage, für das Programm zeichnet "Wespennest"-Herausgeber Walter Famler verantwortlich.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Der Libro-Diskont (Librodisk Handels-AG) hat in der Buchbranche nicht unbedingt den Ruf eines Treffpunkts von Literaturconnaisseuren. Ignorieren kann man ihn trotzdem nicht. Mit 230 Filialen österreichweit war Libro unumstrittener Marktführer (Jahresumsatz 1997: 788 Millionen Schilling) schon lange bevor er im Sommer dieses Jahres den Markt-Zweiten, die bis dahin im Besitz der Verlagsgruppe Passau befindliche Amadeus-Kette (vormals Landesverlag), erwarb.1 Seitdem Libro im Februar 1996 bei der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel Beschwerde gegen die länderübergreifende Buchpreisbindung in Österreich und Deutschland eingelegt hat, gilt der umtriebige, aus Holland stammende Libro-Vorstandsvorsitzende André Rettberg in den betroffenen Kreisen als der Gottseibeiuns der österreichischen Buchbranche. Er sei, so hielt Rettberg stets dagegen, nicht bloß an Umsätzen - etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes von Libro entfallen auf Bücher -, sondern auch daran interessiert, Bücher einem


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