Radelpudern

Filmstadt Wien: Auf dem Wiener Riesenrad fand jüngst ein ungewöhnlicher "Dreh" statt: Dolly Busters Pornoproduktion verwendete den Salonwaggon als Kulisse für ein Video. Die Betreiber des Riesenrades haben was dagegen.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Der Mann an der Kassa des Riesenrades dürfte ein seriöses Leben führen. Sonst hätte er die blonde Dame, die im August an ihm vorübermarschierte, sicher erkannt. Dolly Buster (besondere Kennzeichen: zwei), Pornostar a.D., stieg - gefolgt von einem jungen Mann, zwei Kamerateams, einem Privat-TV-bekannten Pornoproduzenten, einem österreichweit einschlägig agierenden Verleger und einer sehr leicht geschürzten Französin - in eine der Gondeln des Riesenrads, um "Vienna Connection" zu drehen. Drei Umdrehungen lang beaufsichtigte sie die Dar-Stellungen ihrer Mitarbeiter, bis genug Material im Kasten war und man die Dreharbeiten abblasen konnte.

Als jedoch der deutsche Privatsender RTL 2 Anfang September einen Bericht über die Dreharbeiten zeigte, kam es den Riesenradbetreibern plötzlich: Das "zentrale Fremdenverkehrssymbol (sic!) Wiens" war für "anstößige Szenen" mißbraucht worden, die Zustimmung dafür sei niemals erteilt worden, heißt es in einem Schreiben des Riesenrad-Anwalts.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige