Tier der Woche: Kopfstücke


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 40/98 vom 30.09.1998

Zu Schulanfang pflege ich gerne in meinen Lexika zu blättern und Wissen, das mir trotz regelmäßiger Einnahme von "Ilja Rogoffs Knoblauchkapseln" abhanden gekommen ist, wieder aufzufrischen. Dieses Jahr entschloß ich mich in Anbetracht meines zunehmend hinfälligeren Körpers, das Standardwerk für den ambitionierten Hypochonder, Pschyrembels Klinisches Wörterbuch, durchzunehmen. Ich war bereits beim Buchstaben K angelangt und mir unschlüssig, ob ich nun an "Kopfwackeln, nächtlichem" oder "Kopfzwangshaltung, okulärer" leide, als mein Blick (getrübt) auf "Kopflaus" fiel. Natürlich, das erklärte das elende Jucken auf meiner Kopfhaut und die ungewöhnliche Beweglichkeit herabfallender Schuppen. Als gelernter Wiener rief ich sofort im Rathaus an, wo man mich an eine Entlausungsstelle weiterverwies. Wahrscheinlich war es eine Nuance im Tonfall des dortigen Beamten ("Na, es is Dienstschluß"), die in mir die Frage nach der Behandlungsmethode aufkommen ließ. Geübt im Querulieren wandte

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