Englische Wochen

Grüne: Die Grünen rüsten für die Nationalratswahlen und benehmen sich - noch - überraschend vernünftig. Auch ein paar neue Gesichter sollen ins Hohe Haus einziehen.

Politik | Gerald John | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Eine Szenerie wie in den sechziger Jahren. Das mausgraue Gebäude ist das höchste am Praterstern. "Haus der Begegnung" haben es die Sozialisten getauft und in großen, roten Buchstaben "S.P.Ö." draufgeschrieben. Im Saal - Marke Nachkriegsproletariat - werfen Menschen unentwegt bunte Zettelchen in Urnen. Das Ambiente ist fad wie das Ereignis: Ein Landesparteitag findet statt.

Die Wiener SPÖ pflegt längst in Rust zu tagen. Heute begegnen sich im Betonklotz in der Leopoldstadt die Grünen. Annäherung an die Sozialdemokratie? Nein, nur Sparpaket. Der Saal im zweiten Hieb mag schmuddelig sein, billig ist er allemal. Und er paßt zur geheimen Parole der grünen Parteitage, die im Oktober abgehalten werden: je unauffälliger, desto besser. Bei den Treffen werden die Kandidatenlisten für die Nationalratswahlen 1999 erstellt. Im Gegensatz zu früher soll das Prozedere halbwegs geordnet ablaufen.

Die Wiener Grünen haben den Parteitag am vierten Oktober sorgfältig geplant. Seit Wochen sind


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