Wenn Baulöwen jaulen

Kartellskandal: Aufruhr in der Baubranche: Das Kontrollamt hält Preisabsprachen bei einem Wiener Bauprojekt für erwiesen, die Stadtbaudirektion verhängte über 15 Unternehmen einen Auftragsstopp. Der Bauskandal nimmt immer größere Dimensionen an.

Politik | Gerald John | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Johann Fischer ist nicht besonders gut drauf. Seine Laune schwankt zwischen Zorn und Ratlosigkeit: "Das Ganze ist ein Wahnsinn. Ich habe kein Ahnung, warum man uns das antut." Fischer ist Vorstandsdirektor der gemeindeeigenen Baufirma Teerag-Asdag und hat als solcher in letzter Zeit nicht viel zu lachen: "Man hat uns verurteilt", schäumt er: "Ohne Gerichtsverhandlung!"

Seit der Bauskandal rund um die Schwechater Firma SBG im Frühjahr aufgedeckt wurde, machen Baulöwen in unregelmäßigen Abständen ihrem Ärger Luft. Doch diesmal zürnen die Manager nicht dem Grünen Peter Pilz, der illegale Kartellabsprachen in der gesamten Baubranche vermutet. Der Groll richtet sich gegen die Gemeinde. "Ich fühle mich von der Stadt im Stich gelassen", sagt Fischer.

Der Anlaß für die Aufregung: Vergangene Woche verhängte Stadtbaudirektor Gerhard Weber einen vorläufigen Auftragsstopp über 15 Baufirmen. Die Liste der betroffenen Firmen umfaßt von der Teerag-Asdag über die Universale bis zur Strabag


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