Rechnung ohne Wirth

Affäre: Im Juli berichtete der "Falter" über den Nachlaß des SS-Rassentheoretikers Herman Wirth, der in einem oberösterreichischen Heimatmuseum ausgestellt wurde. Nun reagierte Landeshauptmann Josef Pühringer: Er ließ die umstrittenen Exponate entfernen und will eine Historikerkommission einsetzen.

Politik | Franko Petri | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Am vierten Juli war in der oberösterreichischen Gemeinde Spital am Pyhrn Feiern angesagt: Das hiesige Feldbildmuseum wurde mit großem Trara wiedereröffnet. Die oberösterreichische Landtagspräsidentin Angela Orthner und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Schürrer, beide ÖVP, freuten sich mit. Daß einige - unkommentiert ausgestellte - Exponate aus dem Nachlaß des SS-Rassentheoretikers Herman Wirth stammten, störte die beiden nicht. Die Herkunft der Schaustücke sei ihm egal, meinte etwa Schürrer (Falter 29/98).

Schürrers Chef denkt da offenbar anders. Drei Monate nach der Ausstellungseröffnung ließ Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer die umstrittenen Ausstellungsstücke nun entfernen. Eine unabhängige Historikerkommission soll zudem die Historie der brisanten Exponate aufarbeiten. Die Besetzung der Zeitgeschichtler-Truppe stünde noch nicht fest, heißt es aus der Kulturabteilung der Landesregierung: Auf jeden Fall solle die Kommission aber noch in diesem Jahr eingesetzt


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