Uncle Michael wants you!

Parteireform: Sind Sie "körperbewußter Fitneßfreak", "Skater" oder "Snowboarder"? Oder "Heurigenbesucher", "Kaffeehausliebhaber" oder "junggebliebener Wiener"? Dann sind Sie der Genosse für 2001. Die Wiener SPÖ krempelt die Partei um und streckt die Arme nach neuen Mitarbeitern aus.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Herr Herbert war immer schon dabei. Außer "im 34er Jahr". Da war Herr Herbert erst sechs. Aber seit 1948 ist er in "der Partei". Die "24er" in Ottakring ist seine Sektion - seit 50 Jahren. Jeden Donnerstag, kurz vor 19 Uhr, macht sich Herr Herbert auf den Weg. Vorbei an den Schautafeln mit der Werbung für die Partei-Hotline, in denen früher die Arbeiterzeitung aushing. Ein eigenes Lokal hat die Sektion 24 - Brauereiviertel nicht mehr. Die wenigen Aufrechten treffen sich in der Bezirkszentrale am Schuhmeierplatz. Der kleine Raum mit den Schaukästen und dem Sechsertisch ist für sie groß genug. Die Parteidevotionalien hinter Glas erinnern an andere Tage: das alte Arbeiterheim Ottakring, in dem zweieinhalbtausend Menschen Platz fanden; Abzeichen vom Mai-Aufmarsch 1923, als die SPÖ noch die Ringstraße mit Menschen füllen konnte; 1934, der "heroische Kampf"; die Tagesordnung der ersten Bezirkskonferenz 1945; Franz Jonas übergibt die hunderttausendste Gemeindewohnung; ein Flugblatt -


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