Wienzeug

Politik | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Protest gegen Protest Auf viel Gegenliebe stoßen Lehrer derzeit nicht, wenn sie öffentlich protestieren. "Halbtagsjob" und "langer Urlaub" sind die landläufigsten Argumente, mit denen das Unverständnis weiter Kreise der Bevölkerung gegenüber Pädagogenbeschwerden begründet wird. Doch auch innerhalb der Lehrerschaft gärt es. Nach der gewerkschaftlichen Dienststellenversammlung (vulgo: "Lehrerstreik") vom 1. Oktober lief bei manchem "alten Hasen" das Faß über. "Es reicht", betitelt etwa die Direktorin des Bundesgymnasiums auf der Schmelz, Margarete Lemerhofer, ihr Schreiben an die Lehrergewerkschaft. "Durch Ihre Maßnahmen wird die Stimmung aufgeheizt, Unzufriedenheit und Frustration erzeugt, die Beziehung zwischen den Schulpartnern belastet", hält die Pädagogin ihrer Standesvertretung vor, von konstruktiver Unterstützung im alltäglichen Schul- und Arbeitsbereich sei von der Gewerkschaft nichts zu spüren. Im Gegenteil, "ich vermisse, daß die Gewerkschaft durch Visionen

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