Nur der Mond sah zu

Gesellschaft: Die Gebrüder Fellner und ihr Partner baten nachdrücklich ins Burgtheater, um ihr neues Magazin "Format" vorzustellen. Kein Politiker oder Wirtschaftstreibender widersetzte sich. Erlebnisbericht von einem wichtigen Wiener Abend.

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Er hat ihn nicht in den Nacken geküßt. Dann hat er ihm doch nur über die Schulter gespuckt. Hausherr Claus Peymann wünschte Wiens Bürgermeister Michael Häupl für dessen ersten Auftritt im Wiener Burgtheater Glück. Wolfgang Fellner lächelte breit dazu, wie ein Mond über der Loge im Wiener Burgtheater.

Häupl macht's kurz, danke. Format ist so ein schöner wienerischer Name, sagt er. Zu einem "Abend mit Format" hatten die Brüder geladen, zur Präsentation des Schwesternblatts von News und tv-media, Format. Peymann hatte ihnen sein Haus zur Verfügung gestellt. Fellner-Feste haben den Zweck, möglichst alle Geldgeber und Wichtigtuer so zusammenzutreiben, daß denen der Mund offenbleibt ob so vieler wichtiger Zusammengetriebener. Damit die geballte Wichtigkeit das Produkt kommerziell befeuert. Damit kein Politiker auf die Idee kommt, den Fellners in die Quere zu kommen. Damit die Prominenzgesellschaft einen Sinn kriegt.

Bei Fellner-Festen geht es vor allem um Triumphalismus, aber nicht


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