Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Es gibt wohl nur einen Berufsstand, der an Unbeliebtheit an jenen der Zahnärzte heranreicht: Synchronregisseure. Was heißt heranreicht! Während Zahnärzte doch auch nur Menschen sind, sollte man Synchronregisseuren (und hier besonders denen, die Sitcoms bearbeiten) eigentlich ungefragt ins Gesicht schlagen und vor die Füße spucken, wo auch immer man sie trifft.

Die "Golden Girls" wären - wenn derzeit im Programm - ein gutes Beispiel. In der Originalfassung sind die vier Alten zum Niederknien, weil ohnehin mit mehr als ausreichend Wortwitz ausgestattet. Nur der deutsche Synchronregisseur bildete sich Rose piepsend und Sophia krächzend ein (was beide eigentlich gar nicht tun). Was aus ein und derselben Serie gleichzeitig ein Brechmittel (auf deutsch) und einen Fixpunkt (auf englisch) macht. Nicht ganz so schlimm bei "Ein Mountie in Chicago" (ORF 1, tägl. 14.50 Uhr) und "Ausgerechnet Alaska" (derzeit leider nirgends), etwas schlimmer wieder bei "Friends" (ORF 1, Fr 19 Uhr) Test gefällig? "Hallo Schwester!" (ZDF, Di 0.00 Uhr) wird via Zweikanalton in beiden Versionen ausgestrahlt. Beides probiert, kein Vergleich.

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