Kommentar: Was an Claus Peymann so komisch ist

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Frank Sinatra singt "My Way". Claus Peymann steht am Fenster seines Direktionszimmers und schaut wehmütig in die Bochumer Nacht hinaus. Im Akademietheater ist Stimmung wie schon lange nicht mehr. Die Aufführung von Thomas Bernhards Peymann-Dramoletten, die mit diesem Bild ("Claus Peymann verläßt Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien", 1986) beginnt, ist eine aus mehreren Gründen bemerkenswerte Veranstaltung.

Zunächst war dies die erste Bernhard-Neuinszenierung, seit der Autor die Aufführung seiner Stücke in Österreich testamentarisch ausdrücklich verboten hatte. Ob es richtig war, Bernhards Letzten Willen über den juristisch offenbar gangbaren Umweg einer Stiftung außer Kraft zu setzen, ist eine Frage, die an sich nur mit "ja" oder "nein" beantwortet werden kann. Ich plädiere für ein klares "Ja, aber": Ja, man soll Bernhard spielen (gerade der Peymann-Abend hat wieder gezeigt, wie lohnend das sein kann), aber man sollte auch ehrlich genug sein dazuzusagen, daß

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