Forrest Gump im Krieg

Film: Mit "Saving Private Ryan" hätte Steven Spielberg fast einen radikalen Anti-Kriegsfilm gedreht; er ist bloß um gute zwei Stunden zu lang.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Hätten wir sie der Realität noch stärker angenähert, sieben von zehn würden die Schützengräben nicht in einem Stück verlassen." Mit diesem flotten Slogan warb das Londoner Imperium Museum of War für eine seiner Attraktionen, die trench experience, jenes Erlebnisland, in dem sich der Besucher kundig machen kann, wie das damals so war - in den Schützengräben.

Auch Steven Spielberg hat die Tore zu seinem prähistorischen und historischen Erlebnisland weit geöffnet, auf daß der Zuseher erfahren möge, wie das so war - unter Sauriern und Nazis. Mit "Saving Private Ryan" ("Der Soldat James Ryan") unternimmt es der Regisseur, uns mit den Greueln des Krieges zu konfrontieren, indem er die Distanz zwischen Geschehen und Publikum aufzuheben versucht - so gut das eben geht im Kino. Und er stößt mit seiner Sequenz von der Landung der Alliierten in der Normandie tatsächlich in eine neue Dimension vor, die alles davor in puncto "Realitätsnähe" in den Schatten stellt und die die Bedeutung


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