Sex im Rollstuhl

Tanz: Daniel Aschwanden und seine Company Bilderwerfer suchen gesellschaftliche Intimzonen auf.

Kultur | Helmut Ploebst | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Sie sitzt vor dir, sieht dich von unten herauf an und fragt: "Hatten Sie schon einmal harten Sex im Rollstuhl?" Ihr Blick bleibt noch kurz an dir hängen, dann greift sie in die Räder und fährt weg, zu einem anderen. Und sie sagt etwas zu ihm, aber du verstehst nicht, was.

"Daily Secrets", das neue Projekt der Tanzperformance-Company Bilderwerfer, kratzt an einem Tabu oder zumindest an etwas, worüber weder gern geredet noch nachgedacht wird. Und das hat zwei Komponenten: einmal Sex. Darüber wissen wir alles, und zwar wirklich; und was uns daran gefällt, haben wir ausprobiert. Hart und zärtlich, schmutzig und im Seifenschaum und so weiter. Zweite Komponente: verkrümmte, verkürzte und teilweise geschwächte Körper. Darüber wissen Leute ohne sichtbare Handicaps weniger als über Sex - einfach weil Sex vielen als erstrebenswert gilt, ein gelähmtes Bein aber nicht. Wir wissen um die Unvermeidlichkeit des Alterns. Früher oder später werden unsere Körper ramponiert sein - daran zu


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