Masochismus in der Wüste

Musik: Abseits des amerikanischen Mainstreams taten sich drei countryeske Bands zusammen, um gemeinsam durch Europa zu touren. Calexico, Lambchop und Vic Chesnutt zeigen, wieviel Schönheit in einer traurigen Weltsicht liegen kann.

Kultur | Karl Fluch | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Calexico ist eine Grenzstadt. Eine jener amerikanischen Ortschaften, die durch Agglomeration von Außenbezirken zwar beträchtliche Fläche einnehmen, über die gähnende Leere und Langeweile aber nicht hinwegtäuschen können, die in ihnen herrschen. Die Stadt mit dem klingenden Namen liegt an der kalifornisch-mexikanischen Grenze, auf halbem Weg zwischen Yuma, das als einzige Sehenswürdigkeit einen alten und zur Zeit des Wilden Westens wegen seiner Härte berüchtigten Knast besitzt, und San Diego. Durch Calexico fährt man durch. Und so sieht es auch aus: Tankstellen, Drive-in-Restaurants, Motels und Wechselstuben prägen das Stadtbild.

Was bewegt eine Band, sich nach einem stadtgewordenen Durchhaus zu benennen? Ein Blick in das Booklet des Albums "The Black Light" der Band Calexico gibt Aufschluß. Zu sehen ist da eine Ansicht von Calexico aus dem Jahre 1917, mit Zügen, hohen Wassersilos und Telegrafenmasten als Symbolen der heraufdämmernden modernen Zeit. Ein paar Häuser, rundherum


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