Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Herbert Achternbusch schreibt, weil er seine Wut und seinen Schmerz anders nicht ertragen könnte. Wenn es ihm schlecht geht, sollen das alle wissen, und weil keiner so schön leidet wie Achternbusch, ist das auch gut so. "Da bin ich. Doch wo bist du?" So fängt sein neues Stück "Tukulti" an, und im Grunde ist das Wesentliche damit schon gesagt: Einer ist allein, weil ein anderer ihn verlassen hat. König Tukulti ist von seinem Gott Ztsrupsi im Stich gelassen worden, weshalb er ein langes, schönes Klagelied anstimmt. Dieser Monolog, für den Hauptdarsteller Gernot Kranner auf der nackten Arena-Bühne im Schauspielhaus den richtigen Ton trifft, ist der gelungene Teil der Uraufführung. Danach fängt Hans Gratzer zu inszenieren an. Das Stück spielt (warum eigentlich?) auf den Trümmern von 20 Jahren Schauspielhausgeschichte (Videos von historischen Aufführungen sind zu sehen, alte Kostüme und Requisiten werden wiederverwertet), und weil Achternbusch ja ein lustiger Bajuware sein soll,


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