Comandantina Dusilova: Weltweite Wehwehchen

Stadtleben | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Wie angekündigt, soll sich diese Kolumne nicht nur der Erörterung niedriger Phänome des täglichen Haushaltens widmen, sondern in zunehmendem Maße auch den wöchentlichen Wehwehchen der wildwuchernden globalen Polis. Als Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Lösung unlösbarer Probleme traf ich Montag mit keinem Geringeren als dem Microsoft-Magnaten William I. Gates zusammen. Bei unserem informellen Sushi-Essen in Reno, Arizona, konnte ich in Bill den Keim des Zweifels säen, daß es so nicht weitergehen kann. "Bill", so mein perfider Anflug, "steig auf die Bremse, sonst wirst du mir noch zum Software-Hitler." "Bloß nicht, meine Teuerste", ächzte Bill, "das wär das letzte, was wir brauchen können: Bill Hitler." Nachdenklich schraubte er seinen Löffel in den Tee und kaute an diesem wohldosierten Hieb mit der Faschismuskeule. "Weißt du, Billy", schlug ich weiter auf ihn ein, "Microsoft, Windows 98, Internet Explorer, Outlook Express und Hotmail ..., auch Adolf hat seine Firma verästelt. Wenn du deinen Mitarbeitern eine Zukunft vor Historikerkommissionen ersparen willst, betraue mich mit einem Posten in führender Position! In drei Jahren", so mein Resümée, "haben wir den ganzen Zaster durchgebracht. Unter Garantie!"


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