Hysterisch-fader Eintopf?

Fertig!: Wiens Nachtleben ist ein vielfältiger, boomender Markt, auf dem eine bunte Truppe von Veranstaltern aktiv ist. Doch es mehren sich Stimmen, die meinen, daß das Clubleben der Stadt schon viel zu lange in denselben, eingefahrenen Bahnen verlaufe. Teil drei der "Falter"-Serie für ein angenehmes Studentenleben.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 41/98 vom 07.10.1998

Martin langweilt sich. Nicht jetzt und auch nicht hier. Denn im Augenblick liegt der 27jährige Jurist und Mitarbeiter einer großen Versicherung auf einer Bank und stemmt Hanteln. Zwischen den Sätzen, sobald das Rot seines Kopfes wieder blasser als das des T-Shirts ist, beschwert er sich: Wien ist fad. Wahnsinnig fad - und früher war alles viel besser.

Neben Martin schwitzt Christoph, 20 Jahre jung und gerade der Provinz, einer Weltreise und dem Bundesheer entkommen, um in Wien zu studieren. Medizin im Nebenfach, das Leben im Hauptfach. Christoph hält Martin für völlig krank: "Was hast du eigentlich? Hier kannst du jeden Tag weggehen, in Clubs, die internationales Niveau haben. Gestern zum Beispiel ..." Dann folgt eine detaillierte Schilderung des letzten Abends. Die Sofiensäle am Donnerstag. Die Mädchen, die Musik, die Deko. "Super." Martin gähnt. Er war auch dort. Und außer Zivilpolizisten, die wegen einer Bombendrohung die Location unauffällig durchstreiften, ist ihm nichts


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