Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

... lief der Countdown zur Zwentendorf-Abstimmung, und wir ließen unter dem Titel "Alles strahlt, alles lacht" Betroffene zu Wort kommen.

Der alte Pistenkönig Karl Schranz - ein Wunder an Energie und moralischer Kraft - hat noch nicht abgedankt und bewies neuerdings sein großes Können. Er sprach: "Zwentendorf nicht in Betrieb nehmen? Das wäre doch ein Schildbürgerstreich! Weil es für uns Österreicher zu kostspielig wäre, wenn wir uns allzusehr vom Ausland abhängig machen.

Nachdenklich faßt sich Dr. Schweißer ans KINN. "Sicherheit", sagt er, "Sicherheit war für Zwentendorf gleichbedeutend mit Sicherheit von Arbeitsplätzen in österreichischen Industrieunternehmen während einer Zeit, da weltweit die Arbeitslosigkeit so rasch anstieg, daß sie bis heute weder in Europa noch in den USA wieder beseitigt werden konnte. Wir haben unser Möglichstes getan", sagt Dr. SCHWEISSER, "aber jetzt sind wir fertig. Wir haben lang genug herumgebaut. Wie kommen WIR dazu, die USA und Europa zu sanieren? Jetzt gibt's nur eins: Das Nest ist fertig, es muß GEBRÜTET werden!"

Namenlos: "Für meine Firma war ich schon in Asien und Afrika. Unsere Erfahrung wird weltweit geschätzt. Allerdings liegen die Schätzungen nicht hoch. Privat war ich letztes Jahr in Grönland. Daher stimme ich gegen das Atomkraftwerk."

Wilhelm Puderer (33 Jahre, Arbeiterbetriebsrat): "Ich bin hier geboren. 12 Jahre war ich, bevor ich hier im Kernkraftwerk für die nachrichtentechnischen Anlagen verantwortlich wurde, für Siemens auf Montage unterwegs. Als ich zurückkam, war ich Vater von vier Kindern, dabei war ich immer sicherheitsbewußt. Jetzt helfe ich mir, indem ich fleißig arbeite für die Sicherheit. So bleiben wir alle sicher."


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige