"Macht's kan Scheiß!"

Interview: Alexander Van der Bellen über grüne Streithanseln, Sportsgeist, Joschka Fischers Figur und sein Ja zum Nato-Einsatz im Kosovo.

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Spaß, nein Spaß machen Alexander Van der Bellen Kongresse nicht. Und eigentlich graut dem grünen Bundessprecher bereits jetzt vor dem Wahlkampf 1999. Vor allem, wenn er die deutschen Wahlen und das Aussehen der Spitzenkandidaten Revue passieren läßt. Der Kinkel habe ja fürchterlich ausgesehen, meint er: "Und der Kohl. Jetzt und vor 16 Jahren, nein, schrecklich." "Der Joschka Fischer? Na ja, der war ja vorher unglaublich dick." Über sein eigenes Aussehen macht er sich weniger Gedanken. Grau sei der Bart auch schon vor seinem Amtsantritt gewesen.

Falter: Es ist Ruhe bei den Grünen eingekehrt. Manche meinen, Ihre Partei sei langweilig geworden. Wie haben Sie das geschafft?

Van der Bellen: Ich neige nicht zur Aufgeregtheit. Und trotz zwanzig Jahren in Wien habe ich eine Eigenheit dieser Stadt nicht angenommen: Wenn sich zwei Wiener treffen und der dritte ist nicht dabei, dann glaubt der dritte, es wird gegen ihn intrigiert. Diese Einstellung ist mir fremd.

Das klingt sehr bescheiden. Fest


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