Ein bescheidener Kuchen

Soziales: Nach dem Integrationshaus geraten nun auch die Kindergruppen wegen der Sparpolitik des Arbeitsmarktservice in Finanznöte. Die Krise scheint prolongiert.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Momo will noch nicht nach Hause. Der Vierjährige baut im Garten einen Kuchen aus Sand und Grasbüscheln. Der muß heute noch fertigwerden. Seine Oma hat dafür Verständnis. Sie wartet geduldig auf Momo. Seine "Tante" auch: Die rothaarige Betreuerin der Kindergruppe in Hernals könnte schon heimgehen. Sie will aber den Alltag ihrer Schützlinge nach deren Bedürfnissen gestalten. So wie jetzt Momos. "Ich möchte nie in einem herkömmlichen Kindergarten arbeiten. Dort kann man auf die Kleinen kaum einzeln eingehen."

Die Kinderbetreuerin ist eine von neunzig in Wien, die in einer der vierzig Kindergruppen der Stadt Arbeit gefunden hat. Momo ist eines von 450 Kindern, die dort tagsüber betreut werden. Seit einigen Wochen sind die Kindergruppen, die sich als Alternativangebot zu den konventionellen städtischen Kindergärten verstehen, in einer Finanzkrise. Das Arbeitsmarktservice Wien strich plötzlich Förderungen, seit Monaten sind Beträge für den Dachverband der Kindergruppen ausständig.


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