Ån deñ Rændern Eurøpas

Musik: Mit einem fragwürdigen Motto versucht das Festival Wien modern die Peripherie Europas zu entdecken.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Nach dem Untergang des Kommunismus, dem Beitritt zur EU und spätestens mit Beginn der Osterweiterungsdiskussion rückte Österreich selbst in den franko- oder anglophilsten westeuropäischen Köpfen ins Zentrum Europas. Und wie die euphorische Selbstbeweihräucherung anläßlich der derzeitigen Ratspräsidentschaft zeigt, fühlt sich die neue Mitte des Alten Kontinents in dieser Rolle auch sichtlich wohl.

So lassen sich jetzt die Klischees von der Kulturnation und der selbsternannten "Hauptstadt der Musik" vor vermeintlich EU-weitem Publikum bemühen. Zumindest vor diesem Hintergrund wirkt der Blick, den Österreichs größtes Festival für zeitgenössische Musik, Wien modern, mit den meisten der 31 Konzerte dieses Jahr auf die "Ränder Europas" wirft, leicht gönnerhaft.

So ist das natürlich nicht gemeint. Aber was der programmatische Rundblick genau soll, wird auch nicht klar. Denn aus der gemeinsamen Randlage einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen Musik aus Skandinavien, dem Baltikum,


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