Kristallklare Formen

Kunst: Die Ausstellung "Sharawadgi" in Baden versammelt zeitgenössische Kunstwerke, die romantische Wurzeln der Moderne freilegen.

Vitus H.Weh | Kultur | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Gewisse Ereignisse können nur an bestimmten Orten geschehen, nur wenn es gleichsam der "Genius loci" will, der "Schutzgeist des Ortes". Zahlreiche japanische Touristen besuchen zum Beispiel die Kurstadt Baden bei Wien einzig deshalb, weil dort Ludwig van Beethoven ab 1822 seine neunte Sinfonie komponiert hat. Was solche Pilger suchen, ist nicht ein historisches Werk. Interessanter als irgendwelche Reliquien ist ihnen die Umgebung, aus der das Ereignis gleichsam natürlich herauswuchs: die Landschaft als Humus und Quelle des Kunstwerks sozusagen. In Baden gehören dazu beispielsweise die sanften Hügel des Wienerwalds mit ihren Aussichtspunkten und Wegen. Daß sich Beethoven auf seinen Wanderungen darin öfters heillos verirrte, hat genauso Anteil am Entstehen seiner Neunten wie die Badener Biedermeierstimmung, die Villenarchitektur oder die Geschichte des Wiener Kongresses.

Anlaß, über die Atmosphäre eines Ortes zu sprechen, ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Bestückt mit

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