Last Exit Lille

Film: "Liebe das Leben" ("La vie revée des anges") von Erick Zonca handelt vom Leiden in der Provinz und ist ein neuerlicher Beweis für die ungebrochene Vitalität des französischen Kinos.

Kultur | Christian Cargnelli | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Es ist kalt in Lille. Isa (Elodie Bouchez) kommt mit ihrem Rucksack an, sucht einen Platz zum Schlafen und deswegen einen alten Freund. Aber der ist nach Belgien verzogen. Außerdem braucht sie einen Job und beginnt, kaum der einfachsten Handgriffe mächtig, bei einem älteren jugoslawischen Unternehmer als Näherin. Eine junge Vagabundin in der Provinz: Das erinnert an Sandrine Bonnaire in "Sans toit, ni loi" ("Vogelfrei", 1985). "La vie revée des anges" ("Liebe das Leben") schlägt freilich, trotz mancher Ähnlichkeiten, andere Richtungen ein als Agnès Vardas moderner Klassiker.

Erick Zonca, Jahrgang 1956, begann seine Karriere beim Fernsehen, drehte Reportagen und Dokumentationen. Seit Anfang der neunziger Jahre inszeniert er Kurzfilme - in Frankreich, wo seit jeher eine kommerzielle Kurzfilmproduktion für das Kinovorprogramm existiert, eine gute Gelegenheit für Regisseure, ihre spezifischen Erzählweisen kontinuierlich zu verfeinern.

Ein schönes Beispiel für einen kraftvoll inszenierten


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