Streifenweise

Kultur | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Nach diesem Film war ich deprimiert. Mir war kalt, und ich fühlte mich schon durchnäßt, bevor ich aus dem Kino in einen regnerischen Abend trat. "Elizabeth" von Shekar Kapur ("Bandit Queen") spielt zu einer Zeit, in der es noch keinen Strom und keine Zentralheizung gab. Selbst die herrschende Klasse lebte in ihren Palästen im Halbdunkel, umgeben von kalten und kargen Steinmauern Diesen Eindruck vermittelt der Film sehr gekonnt. Davon abgesehen ist die Erzählung um die frühen Jahre der Regentschaft Königin Elizabeths der Ersten (Cate Blanchett) allerdings doch auch sehr kostümverliebt und nicht nur darin manieriert, sondern auch mit ihren gerne wäßrig verschwommenen oder aus ungewöhnlichen Perspektiven aufgenommenen Bildern. Manchmal dringt ein wenig durch von Kapurs Wurzeln im "Bollywood"-Kino, manchmal erinnern die ausgebleichten Farben an einen Abenteuerfilm - und noch viel mehr von dieser Fremdartigkeit und Verfremdung würde man sich wünschen. So bleibt einmal mehr zu vermerken,

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