Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Der Dramatiker Peter Turrini hat seine erste Novelle geschrieben. Sie heißt "Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy" und handelt vom Traum des berühmten Komödiendichters und Schauspielers, als Tragöde ans Burgtheater engagiert zu werden. Bei der Premiere von "Lumpazivagabundus" will er den Burgtheaterdirektor mit einem pathetischen Monolog, der verdächtig nach Turrinis "Tod und Teufel" klingt ("Die Sünde muß endlich benannt, die Vergebung muß erflehet werden"), überraschen - wozu es dann gottlob doch nicht kommt. Zwischendurch erfährt man, daß Nestroy eine Schwäche für Punsch und Oralverkehr (aktiv und passiv) hat und daß Turrini vielleicht doch lieber beim Stückeschreiben bleiben sollte. Der schmale Band ist so kunstlos geschrieben, daß sich die "Novelle" wie das "Buch zum Film" für ein dokumentarisches Fernsehspiel liest, das man nicht unbedingt sehen möchte.

Ein neuer Prosaband liegt auch von einem anderen Theatermann vor. Der als Schriftsteller weniger bekannte Regisseur


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