Nüchtern Betrachtet: Ich bejahe ein populäres Kleingebäck

Kultur | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Obwohl ich zur Zeit an der Istanbul-Krankheit leide, sage ich "Buttersemmerl". Obwohl eine circa 47köpfige Brassband in meinen Eingeweiden mit großer Lautstärke, noch größerem Enthusiasmus und schier ununterbietbarer Talentlosigkeit eine garstige Musik macht, sage ich nicht nur, ich esse auch Buttersemmerl! Wer "Buttersemmerl" sagt, sage ich, muß auch Buttersemmerl essen. Das war nicht immer so. Weil ich meine Kindheit im Rahmen von Schipauschalreisen (Tageskarte plus Jagatee plus Stockbett plus Obstler nur öS 95,-) in billigen Hotels verbringen mußte, bestand mein tägliches Frühstück aus Buttersemmeln mit überzuckerter Aprikosenkonfitüre, sodaß ich den nur allzu verständlichen und -zeihlichen Fehler beging, meine Abneigung gegen die Konfitüre auch auf das darunter befindliche Kleingebäck auszudehnen. Jahrzehntelang pflegte ich Semmeln, sobald sie auch nur in meinem Gesichtsfeld auftauchten, mit "Gleich gibt's Bröseln" oder "Soll ich dir eine reinsemmeln?" anzuschnauzen,

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