Renaissance der Kaufkultur

Kaufhäuser: Es gab eine Zeit, in der die Wiener Kaufhäuser luxuriöse Tempel prachtvoller Konsumspiele waren. Dann kamen die sechziger Jahre, und Warenhäuser wurden konsequent verschandelt. Heute erlebt das inszenierte Shopping eine Renaissance.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 44/98 vom 28.10.1998

Tanja B. stammt aus Köln. Deswegen versteht sie die Wiener nicht. Ganz allgemein. Im besonderen hat die junge Frau aber mit den Einwohnern dieser Stadt ein Problem, seit sie im vergangenen Jahr mit ihrem Brötchengeber, dem deutschen Textilmulti Peek & Cloppenburg, nach Wien gekommen ist. "Zur Eröffnung kamen die Wiener in Horden und jammerten bei internationalen Marken, daß das teurer wäre als das, was ihnen früher am Ramschtisch angeboten worden ist." Zu Beginn ihrer Wienkarriere, meint die Endzwanzigerin, habe ihr das Sorgen gemacht. "Dann habe ich gemerkt, daß die Wiener raunzen, aber wiederkommen. Die Deutschen wären da konsequenter."

Mag die inkonsequente Grantelei ein nationales Charakteristikum sein, die Erwartung, daß billigst sein muß, was in großen Handelshäusern angeboten wird, ist erlernt. Denn die Geschichte der Wiener Kaufhäuser ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. In Österreich zumindest. Denn daß sich Qualität, Ambiente und Preis indirekt proportional


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