Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Kultur ist wie Format, man hat oder man kauft. Kultur wäre, umgangssprachlich gesehen, jene Sphäre, in die sich der abendländische Mensch erhebt, wenn er seine Konflikte nicht mehr per Faustkeil oder Schwitzkasten lösen möchte, sondern irgendwie anders.

Nicht daß es kultivierten Formen der Konfliktaustragung an Tücke mangelt. Im Gegenteil. Es bräuchte nicht den Fall Helmut Zilk, um das zu beweisen. In Zilks "Fall" besteht die Tücke natürlich darin, daß nichts bewiesen wird und jeder Versuch, Beweise zu diskutieren, statt sie zu zeigen, in eine weitere Verdächtigung mündet. Um Schuld oder Unschuld ist es folgerichtig - bei aufrechter Unschuldsvermutung - Nina Weißensteiner nicht gegangen, sondern nur um ein Porträt des jungen Zilk. Nicht "Wie war es damals?", sondern "Wie war er damals?" lautet die Frage ihrer Geschichte (Seite 8).

Mit "-kultur" zusammengesetzte Wörter sind bekanntlich eine Pest. "Visionskultur" steht nach dem SPÖ-Parteitag (Bericht von Patrik Volf, Seite

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