Dolm der Woche: Franz Soronics

Politik | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Eigentlich wollte er ja nur den der Spionage beschuldigten Helmut Zilk verteidigen. Und was eignet sich dazu besser, als Zilks Stapo-Akt, dachte der ehemalige Innenminister Franz Soronics. Flugs nestelte er für den ORF-"Report" in seiner Schreibtischlade, kramte den Akt des Wiener Altbürgermeisters hervor und hielt ihn telegen in die Kamera, gemeinsam mit dem gut lesbaren Stempel "Verschlußakte". Die Aufregung, wie denn ein ehemaliger Minister geheime Akten heimschleppen kann, blieb ihm völlig unverständlich. Gegenüber dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Michael Sika, der ausrücken mußte, um die Akten einzusammeln, beklagte er sich auch gleich über die ganzen Kamerateams, die nun sein Haus belagerten. Was heiße hier "Verletzung des Datenschutzes und Bruch des Amtsgeheimnisses", man wird seinen alten Freunden doch noch hilfreich unter die Arme greifen dürfen?


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