Der junge Zilk

Porträt: Zwischen 1953 und 1969 soll der ehemalige Lehrer, Journalist und Fernsehdirektor Helmut Zilk angeblich für den terroristischen CSSR-Geheimdienst gearbeitet haben. Eine Prager Intrige hat das häßliche Gerücht hochgespült. Hierzulande glaubt niemand an den bösen Zilk. Nur eines steht fest: Der junge Zilk ließ schon damals keinen kalt.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Er wird in der Hegelgasse im ersten Bezirk nicht nur von seiner weiblichen Zuhörerschaft verehrt. An der Lehrerbildungsanstalt macht er auf den adoleszenten Pädagogennachwuchs quer durch die Bank Eindruck. Mit Pomade im Haar, schwarzen, gutsitzenden Anzügen, zackigem Auftreten und einer dunklen dröhnenden Stimme hat er, der Pädagogiklehrer, das junge Auditorium mehr als nur fest im Griff. Einem ehemaligen Schüler sind seine "Auftritte", die ihm bei nicht wenigen Junglehrern haltlose Bewunderung eintragen, später noch gut in Erinnerung. "Die meisten unseres Jahrganges erhoben ihn zu ihrer Identifikationsfigur. Sie versuchten seine Körpersprache zu kopieren." Und diese sei damals schon "sehr resolut und durchsetzungskräftig" gewesen. - Der Schüler, der sich heute mühelos an seinen Pädagogikunterricht vor rund 35 Jahren erinnert, ist niemand Geringerer als Fritz Neugebauer, der mächtige Beamten-Gewerkschaftsboß der Republik. Dessen Lehrer war nicht irgendein Lehrer. Sein Name:


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