Klima des Wollens

SPÖ-Parteiprogramm: Die Sozialdemokraten im Jahre 15 nach Bruno Kreisky. Das Parteiprogramm von 1978, letztes Relikt der Ära, hat sich erledigt. Es lebe das Simmeringer Programm, das sozialdemokratische Europa und Viktor Klimas "Chancengesellschaft".

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Es ist wieder von Visionen die Rede in der SPÖ. Vorbei sind, so scheint es, die Zeiten, als man Franz Vranitzky den Satz unterschob, Visionäre müßten zum Arzt gehen, und damit die Pragmatik zur obersten Direktive erhob. 1998 klingt es anders. "... mit drei zentralen Visionen der Sozialdemokratie auseinandersetzen ...", tönt es durch die Maschinenhalle der SGP-Werke in Wien Simmering. "... mit der Vision einer neuen Vollbeschäftigung, der Vision einer völligen Gleichstellung von Frauen und Männern und der Vision eines modernen, friedlichen Europas." Die SPÖ gibt sich ein neues Parteiprogramm, und Viktor Klima ist am Wort. Er verkündet den Untergang neoliberaler Wirtschaftspolitik, das Ende des ungehemmten Marktes und erklärt unter tosendem Applaus gleich das nächste Jahrhundert zum "sozialdemokratischen Jahrhundert".

Der Optimismus Warum sollte Klima nicht euphorisch sein, wenn das sozialdemokratische Europa sogar den Economist erreicht. "Eine Versammlung der Hoffnungsfrohen,


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