Clinton vs. Medien

EREIGNISLEHRE Was ist und warum entsteht ein Ereignis? Wer oder was macht Bill Clintons Geschlechtsleben wichtiger als Armut oder Krieg? Eine Medienbilanz.

Medien | Eugen Freund | aus FALTER 45/98 vom 04.11.1998

Der Blick in das journalistische Nervenzentrum des Wei§en Hauses ist ernŸchternd. Der Raum, in dem die tŠglichen Pressekonferenzen abgehalten werden, ist nicht grš§er als der Swimmingpool, in dem sich J.F. Kennedy mit seinen Gespielinnen vergnŸgt hat - das Becken liegt genau unter den Sesselreihen. Jeder freie Raum ist vollgestopft mit Kabelrollen, Leitern, massiven Schaltpulten und TV-Monitoren. Leicht erhšht im hinteren Ende des Raumes sind die Kameras aufgebaut. Dazwischen lungern die Techniker und warten auf Joe Lockhart, den Pressesprecher - oder besser, auf das Kommando, das durch den Lautsprecher kommt: "The briefing starts in two minutes." Aus den winzigen, fensterlosen KellerbŸros, die jedes Arbeitsinspektorat sofort schlie§en lassen wŸrde, hŠtte es je Zutritt dazu, eilen die Korrespondenten nach oben, um ihre PlŠtze einzunehmen: Die Sitze sind genau gekennzeichnet, die erste Reihe ist traditionsgemŠ§ fŸr die Berichterstatter der gro§en TV-Gesellschaften und fŸr


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